Weitere Informationen folgen in Kürze.

Abstracts

Bauer, Séverine
Chaine, Carole
Huijnen, Patricia
Stammet, Danielle
Entwicklung und Umsetzung kompetenzorientierter Bildungsstandards im Fach Kunst (am Beispiel Luxemburg)

Worin bestehen die Neuerungen in einem Kunstunterricht, der an kompetenzorientierten Bildungsstandards orientiert ist?
Welche Chancen eröffnen sich, welche Schwierigkeiten zeigen sich?
Wie können Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen an der Schule in die Entwicklung der kompetenzorientierten Bildungsstandards einbezogen und wie kann die Umsetzung an den Schulen begleitet werden?
Welche Bedeutung erhält dabei die Fortbildung und durch welche inhaltlichen Angebote wird sie bestimmt?
Das sind Fragen, denen im Rahmen dieser Sektion – auch anhand konkreter Unterrichtsbeispiele – nachgegangen wird. Geleitet und moderiert wird diese Sektion von der Luxemburger Lehrplangruppe, die die kompetenzorientierten Bildungsstandards für das Fach Kunst in eine zweijährigen Planungszeit entwickelte und zur Zeit die schon eingesetzte Umsetzung in den Schulen begleitet.

Séverine BAUER, Kunsterzieherin Sekundarstufe, schulinterne Koordinatorin für das Fach Kunst

Carole CHAINE, Kunsterzieherin Sekundarstufe, beigeordnete Schulleiterin

Patricia HUIJNEN, Kunsterzieherin Sekundarstufe, Museumspädagogin MUDAM

Danielle STAMMET, Kunsterzieherin Sekundarstufe, Referendarausbildung

 

Franz Billmayer
Angebot und Nachfrage in der Kunstpädagogik

Im Unterricht bietet Kunstpädagogik eine Dienstleistung an. Eine erfolgreiche Dienstleistung hängt von den Möglichkeiten der Dienstleister (Angebot) und den Bedürfnissen der Kunden (Nachfrage) ab. Im Idealfall ist das Angebot etwas umfangreicher als die Nachfrage. Sinkende Nachfrage führt mit der Zeit zum einem Existenzproblem. Die Nachfrage kann sinken, weil kein Bedarf (mehr) besteht oder das Angebot nicht gesehen wird. Nimmt man das Lamento von KunstpädagogInnen über die geringe Wertschätzung ihrer Tätigkeit ernst, sinkt offensichtlich die Nachfrage nach Kunstpädagogik (dauernd). Das stößt bei der Kunstpädagogik auf weitgehendes Unverständnis: bietet doch nach ihrer Ansicht das Fach kompetente Antworten auf (fast) alle Probleme der Gesellschaft im Allgemeinen und der Schule im Besonderen.
An geänderten Umweltbedingungen kann der Rückgang der Nachfrage nur bedingt liegen: Bilder lassen sich zwar heute mit Apparaten und digitalen Werkzeugen erheblich leichter herstellen, aber damit haben sie auch einen größeren Einfluss auf unsere Welt gewonnen. Die Nachfrage müsste steigen.
Als Anbieter müssen wir uns fragen, wie muss die Dienstleistung gestaltet sein, damit sie den (möglicherweise) gewandelten Bedürfnissen entspricht.
Im Zentrum des Workshops stehen also Fragen des Produktmanagements. Etwa folgende:
Wie lässt sich das Angebot an die (geänderte) Nachfrage anpassen?
Welche Nachfrage besteht und was kann die Kunstpädagogik dazu anbieten?
Was wollen Kinder und Jugendliche im Kunstunterricht lernen?
Was können sie ihrer Meinung nach davon jetzt und später brauchen?
Welche Kriterien für eine gelungene Arbeit in der bildnerischen Praxis haben sie?
(Hierzu soll von den TeilnehmerInnen vor dem Kongress bei den Schülerinnen und Schülern eine Befragung durchgeführt werden, deren Ergebnisse eine konkrete Grundlage für die Diskussion im Workshop bilden.)
Was erwarten verschiedene VertreterInnen der Gesellschaft?
Was erwartet die Schule von der Kunstpädagogik?
Was erwarten sich die Eltern?
Neben Impulsreferaten und einem Erfahrungsaustausch strebe ich konkrete Empfehlungen an.

Bitte führen Sie mit ihren Schülerinnen und Schülern eine Umfrage mit den Fragebögen durch und schicken Sie die Ergebnisse bis Mitte Oktober 2009 an franz.billmayer@moz.ac.at . Die Fragebögen gibt es als PDF und als Word-Datei.

Franz Billmayer: Jg. 1954, Studium an Universität München Germanistik, Geschichte, Politik; dann Bildhauerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste, München (bei Robert Jakobsen); 1981 Erstes Staatsexamen für Kunsterziehung, DAAD-Stipendium für Schweden; 1987 Zweites Staatsexamen; Kunsterzieher an verschiedenen Gymnasien, künstlerischer Assistent an der Kunstakademie München; 1998 – 2003 Professor für Kunst und ihre Didaktik, Schwerpunkt Bildhauerei an der Universität Paderborn; seit 2003 Universitätsprofessur für "Bildnerische Erziehung" an der Universität Mozarteum, Salzburg; seit 2007 leitender Redakteur des Fachblatts des BÖKWE; im Internet: www.bilderlernen.at
franz.billmayer@moz.ac.at

 

Brink, Sonja
Originale in Nahsicht.
Der Studiensaal der Graphischen Sammlung im museum kunst palast, Düsseldorf

Seit 1932 wird die Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf als Dauerleihgabe am museum kunst palast bewahrt. Sie enthält unter anderem Zeichnungen und druckgraphische Blätter des 15. bis 19. Jahrhunderts, mit Schwerpunkt auf den Zeichnungen des römischen Barock. Durch einen museumsspezifischen Ansatz trat die ursprüngliche Funktion als Vorbildersammlung in den Hintergrund – die wissenschaftliche Bearbeitung und konservatorische Betreuung standen nun im Zentrum der Akademie-Sammlung.
Im Studiensaal des museum kunst palast können Zeichnungen und druckgraphische Blätter vorgelegt und studiert werden, ein Angebot, das neben zahlreichen Einzelbesuchern vom wissenschaftlichen Nachwuchs, den Studenten der Kunstakademie, von Schulen und Volkshochschulen rege genutzt wird.
– Kurze Einführung in die Geschichte und zur Gliederung der Graphischen Sammlung
– Diskussion über den Nutzen Graphischer Sammlungen
– Gelegenheit ausgewählte Werke der Sammlung zu betrachten

Dr. Sonja Brink: Seit 1996 als Kuratorin verantwortlich für die Sammlung der Kunstakademie am museum kunst palast (ehem. Kunstmuseum Düsseldorf). Zahlreiche Publikationen zur Zeichnung und Druckgraphik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Forschungsschwerpunkt: italienische Kunstgeschichte bis 1800.

 

Burkhardt, Sara
Räume netzbasierter Kunst

Zunehmend intervenieren Künstler mit neuen Technologien im erweiterten öffentlichen Raum. Der öffentliche Raum wird (wieder) zum sozialen Handlungsraum. Es geht diesen Künstlern weniger um die digitalen Technologien selbst als um vernetzte „gegenwärtige Räume” (Inke Arns). Hier knüpfen kunstpädagogische Prozesse an, die nicht die Technologie fokussieren sondern die Interaktion von Betrachtern. Im Fokus der Sektion stehen Unterrichtskonzepte, die das Netz nicht nur als Informationsraum begreifen, sondern als Handlungsraum, der von Lernenden gestaltet wird.

Sara Burkhardt, Dr. phil., Jg. 1970, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Fach Kunst im Institut für Ästhetisch-Kulturelle Bildung an der Universität Flensburg. Stellvertretende Vorsitzende des BDK e.V. (Fachverband für Kunstpädagogik). E-Mail: burkhardt@uni-flensburg.de

 

Buschkühle, Carl-Peter
Von der Kunst aus – aktuelle Kunst in künstlerischen Bildungsprozessen

Kunst ist Gegenstand des Unterrichtes. Dies meint nicht nur den Einsatz von Kunstwerken im Unterricht, sondern auch die Kunst als Denk- und Handlungsweise, die die Kunstpädagogik zur Bestimmung grundlegender Inhalte, Ziele und Methoden des Lernens herausfordert.
Einleitend soll im Hinblick auf Beispiele aus der Kunst das Künstlerische als alternatives Medium der Kommunikation und der Erkenntnis thematisiert werden. Davon ausgehend wird nach Elementen künstlerischen Denkens im Hinblick auf ihre Bedeutung für eine künstlerische Bildung in der Gegenwartskultur gefragt. Formen der Integration von Gegenwartskunst in künstlerische Lernprozesse, insbesondere in künstlerische Projektarbeit, sollen im Hinblick auf ihre inhaltlichen, pädagogischen und didaktischen Kontexte diskutiert werden. Konzeptionelle Gruppenarbeit sowie Unterrichtsbeispiele sollen dazu konkrete Anhaltspunkte liefern.

Carl-Peter Buschkühle: Jg. 1957; Studium der Kunst, der Philosophie und der Erziehungswissenschaften in Paderborn, Wuppertal und Köln; 1996 Promotion; 2006 Habilitation; 1986 – 2000 Kunst- und Philosophielehrer am Gymnasium der Benediktiner in Meschede/Sauerland; 1989 – 2000 Lehrbeauftragter für Kunstwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal; 2000 – 2007 Professor für Kunstpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg; seit 2007 Professor für Kunstpädagogik an der Justus-Liebig-Universität Gießen; Forschungsschwerpunkte: Theorie und Praxis künstlerischer Bildung, philosophische Ästhetik und Kulturtheorie. Künstlerische Arbeit in Malerei, Zeichnung und Fotografie. http://www.uni-giessen.de/fb03/kunstpaedagogik/2_1-cp-buschkuehle.html

 

Czech, Alfred
Jansen, Sabine
Begegnung mit Bildern/Kunstwerken in Schule und Museum – Ein kritischer Vergleich

Wie lassen sich SchülerInnen motivieren, Bilder eingehend und konzentriert zu betrachten, die auf den ersten Blicks nicht mit ihrer Welt und Wirklichkeitserfahrung zu tun haben?
Die Sektion beschäftigt sich mit ansprechenden Annäherungsmethoden an Bilder/Kunstwerke in Schule und Museum. Eingangs werden Voraussetzungen und Gewohnheiten der Bildwahrnehmung von SchülerInnen diskutiert und die unterschiedlichen „Bilderfahrungsräumen“ Klassenzimmer und Museumssaal verglichen. Anschließend erproben die TeilnehmerInnen verschiedene Herangehensweisen an Bilder im Museum und in der Schule.

Dr. Alfred Czech, Studium der Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München und der Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Promotion in Kunstgeschichte).
Seit 1984 am Museums-Pädogischen Zentrum München tätig, seit 2001 Leitung des Referates Kunst I. Seit 2002 Lehrauftrag am Institut für Kunstpädagogik des Ludwig-Maximilians-Universität München.
Tätigkeiten auf zentralen Feldern der Museumspädagogik: Programmkonzeption und Gestaltung von Sonderaktionen, Betreuung freier Mitarbeiter, Fortbildungen für Gruppen und Institutionen, Gestaltung von didaktischen Ausstellungen.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt meiner Arbeit sind fächerübergreifende und bildwissenschaftliche Fragestellungen. Mitarbeit in Leitungsgremien von Projekten wie „schule@museum“ und „Ikonothek“.

Sabine Jansen, Studium an der Gesamthochschule Essen, Lehramt für die Sekundarstufe I / II Kunst und Biologie
Seit 2005 Kunstpädagogin im Schuldienst am Gymnasium Horkesgath, Krefeld
Seit 2008 Fachleiterin für Kunst am Studienseminar Krefeld

 

Fricke, Dietlinde
Hartmann, Christiane
Kunstunterricht in der Sekundarstufe I

Ein wichtiger Bestandteil des Kunstunterrichts in der Sekundarstufe I ist es, die Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Die
Schüler und Schülerinnen
- übernehmen Verantwortung für sich selbst,
- gestalten den Lernprozess in der Gruppe mit,
- gehen achtsam mit den Materialien um,
- haben Mut zur eigenen kreativen Gestaltung.
In dieser Sektion wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, wie Methoden und Materialen zur Förderung der Eigenverantwortlichkeit eingesetzt werden
können: Stationenlernen ("Das Spiel mit dem Zufall"), Werkstattarbeit ("Material und Kreativität"), Praxislernen ("Kunstunterricht und
Berufsorientierung"). Eigene Unterrichtsbeispiele und -ideen können gerne mitgebracht werden.

Dietlinde Fricke, Lehrerin in der Sekundarstufe I an einer Realschule in Duisburg; Studium der Fächer Kunst, Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaften
an der Universität Gesamthochschule Paderborn; Moderatorin in der Fort- und Weiterbildung bei der Bezirksregierung Düsseldorf im Bereich Gestaltung; seit 2007 Co-Leitung im Kompetenzteam NRW in Duisburg (Lehrerfortbildung).

Christiane Hartmann, Realschullehrerin für Kunst und Englisch in Krefeld; Studium der Anglistik/Amerikanistik, Kunstgeschichte, Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und gleichzeitig des Kunstpädagogischen Werkens an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe; Mitte der 1990er Jahre Lehrplanbeauftragte für das Fach Kunst an der Realschule NRW; jahrelange Tätigkeit als Moderatorin in der Fort- und Weiterbildung bei der Bezirksregierung Düsseldorf im
Bereich Gestaltung; seit 2006 Fachleiterin für das Fach Kunst am Studienseminar für Lehrämter an Schulen GHRGe-Sek I in Düsseldorf.

 

Gerhardus, Norbert
Grütjen, Jörg
Schnurr, Ansgar
Die Überfülle der Bilder – der Umgang mit zeitgenössischen Installationen im Kunstunterricht durch kooperative Lernformen

Schüler und Schülerinnen produzieren und rezipieren in ihrem Alltag Bilder in Massen. Ihre Überfülle von zumeist digitalen Bildern zeigen, tauschen und verlinken sie in Internetforen wie YouTube und SchülerVZ. Der Bildumgang wird so zum primär sozialen Prozess.
Auch Spielformen zeitgenössischer Kunst zeichnen sich durch vergleichbare komplexe Erfahrungssituationen von Überfülle aus. An dieser Stelle eröffnet sich die Möglichkeit, Methoden des Kooperativen Lernens im Kunstunterricht zu erproben.

Norbert Gerhardus (Köln), Lehrer an einem Gymnasium

Jörg Grütjen (Düsseldorf), Lehrer an einer Gesamtschule, Lehrauftrag an der Universität Duisburg-Essen

Dr. Ansgar Schnurr (Düsseldorf), wissenschaftl. Mitarbeiter an der Universität Dortmund, Lehrer an einer Gesamtschule

 

Glas, Alexander
Bild- und Sprachkompetenz im Kunstunterricht

Kunstpädagogik unterstützt jene Prozesse, in denen (Bild)wahrnehmungen gleichzeitig vom Verlangen nach Textbildungen und einer sprachlichen Strukturierung des Gesehenen begleitet werden. Bilder gehören in der Regel zu jenen (vor)strukturierten Artefakten, die vernetzt in unverstellter Unmittelbarkeit Phänomene herausstellen und dadurch den Prozess der Begriffsbildung und die Bildung von Mentalmodellen fördern. Was zunächst als visuelle Wahrnehmung aufscheint, versuchen wir in angemessene Worte und Texte zu kleiden. Bilder sind jeweils „ein Modell der Wirklichkeit“ (Wittgenstein). Sie übernehmen häufig eine Leitfunktion in der Organisation menschlicher Erkenntnis und Theoriebildung. Wahrnehmungen, Erkennen, Erinnern, Wissen und Handeln werden hier bereits vorbegrifflich, vorstellig verhandelt. Bilder reflektieren die Welt und beeinflussen wiederum weitere Wahrnehmungsprozesse und Modellbildungen.
In einer sich verändernden Schule zeigt sich jedoch zunehmend eine Diskrepanz zwischen den Einsichten kunstpädagogischer Theoriebildung und einer in der Unterrichtspraxis sich ausbreitenden Sprachlosigkeit in der Gegenwart des Bildes.
Die Sektion (11) versucht Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis aller Schularten zu bündeln und zur Herauforderung eines zeitgemäßen Umgangs mit Bild und Sprache Stellung zu beziehen.
Gesucht werden Praxisbeispiele, die aufzeigen, wie Schüler handelnd und artikulierend sich Bilder aneignen können, beginnend durch das Benennen der wesentlichen Bilddetails bis hin zum Erschließen von Zusammenhängen und der Bildung möglicher Deutungshypothesen. Kontakt: Alexander.Glas@uni-passau.de

Alexander Glas, Prof. Dr. phil.; Jg. 1955; Studium der Malerei und Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München; Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in München und Bamberg; Erstes und Zweites Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium; 1998 Promotion an der Universität Augsburg; Tätigkeit im gymnasialen Schuldienst;
seit 2006 Professur für Kunstpädagogik/Ästhetische Erziehung an der Universität Passau.
Publikationen u. a.: Die Bedeutung der Darstellungsformel in der Zeichnung am Beginn des Jugendalters. Frankfurt am Main u.a. 1999; Form- und Symbolverständnis in der Zeichnung am Beginn des Jugendalters. In: Kunst + Unterricht, Heft 246/247 2000 S. 22 – 28; Bild – Wort – Text. Oder das Paradigma des Pingpong. In: Kirschenmann, Johannes/ Schulz, Frank/Sowa, Hubert (Hg.): Kunstpädagogik im Projekt der allgemeinen Bildung. München 2006; Bildkompetenz und Sprachkompetenz. Begriffs- und Sprachbildung durch Aisthesis. In: Kirschenmann, Johannes/ Schulz, Frank/Sowa, Hubert (Hrsg.): Kunstpädagogik im Projekt der allgemeinen Bildung. München 2006; Schnittstelle Wort/Bild. Kunst+Unterricht Heft 309/310 2007; KUNST, Arbeitsbuch 1. Stuttgart 2008; Bildkompetenz im Medienzeitalter. In: F. Billmayer (Hg.): Angeboten. Was die Kunstpädagogik leisten kann. München 2008
Bundeskongress Kunstpädagogik Düsseldorf 2009

 

Glaser, Edith
Krisenmomente und Neuentwicklungen in den Prozessen des räumlich-visuellen Wahrnehmens und Darstellens

Der Wandel des bildsprachlichen, räumlich-visuellen Ausdrucksrepertoires von Schüler/innen wird häufig ausgelöst durch Irritationen, die zum Erproben und Erfinden neuer Darstellungsformen herausfordern. Welche Darstellungsformen verwenden und entdecken 10- bis 13-Jährige? Vor dem Hintergrund, dass in Kunst und Wissenschaft ebenso wie im Alltag komplexe Vorstellungen von Raum ohne Hierarchie bestehen, gehen wir davon aus, dass auch im Kunstunterricht unterschiedliche Darstellungsformen geschätzt und gefördert werden sollten. In dieser Sektion werden Videos von Zeichenprozessen direkt aus dem Kunstunterricht gezeigt und Beobachtungen aus dem qualitativ-empirischen Forschungsprojekt raviko* präsentiert. Diskussionsbeiträge der Teilnehmer/innen werden gerne aufgenommen.
*raviko - Räumlich-visuelle Kompetenzen in Bezug auf ästhetische Erfahrungen im Unterricht Bildnerisches Gestalten. – Eine qualitativ-empirische Untersuchung im Rahmen der fachdidaktischen Entwicklung von Bildungsstandards in den Klassenstufen 4-6 (2007-2010 Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz ph fhnw)

Edith Glaser–Henzer, Professorin (emer.) für Kunst und Didaktik der Kunst an der Pädagogischen Hochschule FH Nordwestschweiz; Co-Leitung des Forschungsprojektes ‘raviko’ zusammen mit Ludwig Diehl.
E-Mail: em.glaser@vtxmail.ch
http://www.fhnw.ch/ph/ip/forschung/raviko
http://www.kunstunterricht-projekt.ch

 

Grauer, Michael
Küchmeister, Klaus
Kunst und Kunstpädagogik im Medienzeitalter

Nicht zum ersten Mal werden in der Kunstpädagogik Paradigmenwechsel ausgerufen. Die Idee, dass die Auseinandersetzung mit Kunst kulturell bilde, stehe zur Disposition. Ein neues Schulfach "Visuelle Medien" sichere den rationellen Erwerb jener Kompetenzen, die Kinder und Jugendliche in der heutigen Welt der Bilder brauchten. Gegen diesen kurzatmigen Medienoptimismus könnte die Kunst indessen verstärkt gefragt sein. Sie gibt aus ihren Freiräumen heraus Anregungen im unkonventionellen Umgang mit dem herrschenden Mediengebrauch. Sie ist das Laboratorium, wo sich Menschen exemplarisch mit der historischen Wirklichkeit auseinandersetzen und nach Abweichung suchen. So bleibt die Ästhetische Erziehung im Falle eines gut begründeten Unterrichts weiterhin an die störrischen Modelle künstlerischer Setzungen gebunden.
Die Sektion verknüpft Theorie und Praxis: Michael Grauer referiert über kunstpädagogische und kunsthistorische Aspekte der Grundlegung von Ästhetischer Erziehung im Medienzeitalter. Klaus Küchmeister gibt Beispiele aus der schulischen Praxis (»Handyfilm - Neue Perspektiven aus der Hosentasche«). Die Sektion schließt mit Filmexperimenten der Teilnehmer.

Michael Grauer: Dr. phil., Studium der Fächer Kunst, Philosophie und Politikwissenschaft in Stuttgart und Kassel; verschiedene Tätigkeiten im Bereich von Hochschule, Museum und Lehrerfortbildung; Lehrer am Ganztagsgymnasium Klosterschule in Hamburg. Lehrbeauftragter für Kunstgeschichte an der Universität Flensburg.
Klaus Küchmeister: Kunsterzieher mit den Schwerpunkten Film, Filmschnitt und digitale Bildbearbeitung am Gymnasium Meiendorf in Hamburg; Medienreferent im Landesverband Hamburg des BDK; Lehrerfortbildungen am Landesinstitut in Hamburg; Lehrbeauftragter an der Universität Flensburg.

 

Heimann, Ulrich
Rezeption

"Verschwinden wir alle im schwarzen Loch?" titelte die FAZ am Tag der Inbetriebnahme des 27 km langen CERN-Teilchenbeschleunigers im September 2008. Die Schlagzeile verschwand partiell in einem bedrohlichen schwarzen Kreis.
Am Exempel von Bildern mit schwarzen Kreisen, Sonnen oder Monden soll in dieser Sektion dem Fakt nachgegangen werden, dass Rezeption von Bildern stets in Kontexten erfolgt.
Das können Erinnerungen sein an vertraute Bilder, deren Flair auf das unbekannte Angebot übergeht; motivähnliche Texte, die das Bildangebot kontaminieren; oder inszenierte oder zufällige Rahmenbedingungen, deren neuronaler Nachhall dem Bild bei jeder künftigen Rezeption unverlierbar anhaftet.
Es soll deutlich werden, dass das Gelingen von Bildrezeption im Kunstunterricht wesentlich vom Auffinden oder Erfinden bedeutungsstiftender Kontexte abhängt.

Ulrich Heimann, Dr. phil., Jg. 1951; seit 1979 Lehrer (Kunst und Deutsch) am Gymnasium Herdecke; seit 1998 Lehrbeauftragter für Kunstdidaktik an der Kunstakademie Düsseldorf; weitere Lehraufträge an den Universitäten Dortmund, Wuppertal und an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter.

 

Heuser, Christian
Bildnerische Tagebücher– Prozessorientiertes Lernen im Kunstunterricht

Die Methode des Bildnerischen Tagebuchs ist nicht neu, wird aber immer noch zu wenig im Kunstunterricht sinnvoll eingesetzt. Dabei ermöglicht sie einen subjekt-, handlungs- und prozessorientierten Unterricht, der die Schüler/innen unmittelbar anspricht und stark motiviert. Zunächst
einmal soll der Begriff "Bildnerisches Tagebuch" klar umrissen werden. Denn in der Fachliteratur finden sich unter dieser Methode eine Vielzahl weiterer Begriffe wie "Portfolio", "Künstlertagebuch" oder "Atlas", die zum Teil synonym verwendet werden. Anschließend soll auf die Aspekte "Prozessorientiertes Lernen" und "Individuelle Diagnose, Beratung und Förderung von Schülerinnen und Schülern" eingegangen werden. Konkretisiert wird dies anhand einer Unterrichtsreihe aus der Schulpraxis und Auszügen aus den Bildnerischen Tagebüchern mehrerer Schüler/innen. Abschließend werden die Kursteilnehmer die Möglichkeit haben, in Kleingruppen eigene Unterrichtskonzepte zu entwickeln, die im Plenum vorgestellt und ggf. diskutiert werden können.

Heuser, Christian (Jg. 1976):,Lehrer für Kunst und Geschichte an einem Düsseldorfer Gymnasium in den Sekundarstufen I und II

 

Hornäk, Sara
Abdruck und Abformung – Zur Präsenz des Abwesenden in der Kunst
Lehr- und Lernprozesse im Spannungsfeld künstlerischer Praxis und Kunsttheorie

Das Unsichtbare zu materialisieren und dem Abwesenden Präsenz zu verschaffen, zeichnet künstlerisch-gestalterische Tätigkeit aus. Dinge lassen sich nicht nur abbilden, sondern auch unmittelbar abdrücken. Doch wie oder wann wird aus einem Abdruck oder einer Abformung ein Kunstwerk? „Man könnte […] im Abdruck eine für dieses Jahrhundert typische Form der Kritik an der klassischen Repräsentation sehen – die jedoch einen grundlegend anderen Weg einschlägt als die Abstraktion, denn statt sich radikal vom dargestellten Gegenstand, vom ‚Realen’ abzuwenden, wendet der Abdruck sich ihm radikal zu […]“ (Didi-Huberman 1999). Auf welche Weise dabei eine Spurensuche betrieben wird, in der sich das Vergängliche in plastische Formen einschreibt, lässt sich exemplarisch an Arbeiten von Marcel Duchamp, Giuseppe Penone oder Rachel Whiteread nachvollziehen.
Das künstlerische Themenfeld „Abdruck und Abformung – Zur Präsenz des Abwesenden“ wurde ausgewählt, um innerhalb der Sektion die Frage nach dem für die Kunstdidaktik zentralen Verhältnis von Kunstpraxis und Kunsttheorie zu diskutieren. Zugänge werden anhand von Beispielen aus der Unterrichtspraxis vorgestellt und auf Verknüpfungsmöglichkeiten hin befragt. Dabei sollen grundlegende Möglichkeiten erörtert werden, künstlerische Praxis zu initiieren, zu kontextualisieren und zu reflektieren. Die Intention besteht darin, die das Lehren und Lernen im Kunstunterricht bestimmende Dichotomie von Theorie und Praxis zu hinterfragen.

Sara Hornäk, Univ.-Prof. Dr. phil.:
Studium der Kunst und Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf und der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf, 1. und 2. Staatsexamen, 2000-2006 Lehrerin an einem Gymnasium in Mettmann, 2003 Promotion über Spinoza, Vermeer und die Immanenz in Philosophie und Malerei, 2003-2006 Lehrbeauftragte an der Kunstakademie Düsseldorf, seit 2006 Professur für Kunst und ihre Didaktik/ Bildhauerei an der Universität Paderborn. Forschungsschwerpunkte: Ästhetische Grundlegung der Kunstpädagogik; Bildhauerei in Praxis, Theorie und Didaktik; Theorien künstlerischer Praxis, Raumdiskurse in kunstwissenschaftlichen und kunstpädagogischen Kontexten.
http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/institut-fuer-kunst-musik-textil/kunst/personal/sara-hornaek/

 

Höxter, Clemens
Niehoff, Rolf
Das Bild in anderen Fächern

Bilder werden mittlerweile in allen Schulfächern vermehrt eingesetzt und für Lernprozesse genutzt. Das gilt selbst für Fächer, in denen die Sprache bisher im Zentrum stand und Bilder, wenn überhaupt, nur marginale Berücksichtigung fanden.
Wollen Kunstpädagog(inn)en als Bildexpert(inn)en das Bild in der Schule angemessen vertreten, müssen sie über das Bildverständnis, das Interesse an Bildern und das Umgehen mit ihnen in anderen Fächern gut informiert sein.
In dieser Sektion werden beobachtete Beispiele zum Lernen mit Bildern in anderen Fächern vorgestellt und mit den Teilnehmer(inn)en erörtert. Insbesondere wird der Bildumgang im Fach Geschichte kunstpädagogischen Zugriffsweisen gegenüber gestellt.

Clemens Höxter: Fachleiter für Kunst am Studienseminar Wilhelmshaven; seit 2003 Erster Vorsitzender im geschäftsführenden Bundesvorstand des BDK e. V. Fachverband für Kunstpädagogik

Rolf Niehoff: ehem. Fachleiter für Kunst und Hauptseminarleiter am Studienseminar Krefeld; seit 2006 kunstpädagogischer Berater am Ministère de l’Education Nationale et de la Formation Professionelle [Luxembourg]; Erster Vorsitzender des BDK-NRW e. V. Fachverband für Kunstpädagogik

 

Johannsen, Jutta M.A.
Fragen nach Bildungsstandards und Kompetenzorientierung

Die Konzentration der Bildungspolitik seit dem „PISA- Schock“ 2001 auf die Fächer: Lesen/Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften zeigt sich auch aktuell bei PISA 2009, wenn innerhalb der internationalen Vergleichsstudie in der Bundesrepublik Deutschland an einem zweiten Testtag die Bildungsstandards in Deutsch und Englisch abgetestet werden.
Wenn der Deutsche Kulturrat und verschiedene Verbände der kulturellen Bildung über ein „Kultur-PISA“ nachdenken und in diesem Zusammenhang auch die Stärkung der Ästhetischen Erziehung in der Schule und in außerschulischen Institutionen fordern*, muss man sich folglich auch fragen, welche Standards und welche Kompetenzen denn gemessen werden können und sollen.
Der BDK e.V., Fachverband für Kunstpädagogik hat sich mit diesen Fragen in den letzten Jahren auseinandergesetzt und in einer Arbeitsgruppe in Analogie zu den von der KMK bereits implementierten Bildungsstandards für den Mittleren Bildungsabschluss Bildungsstandards für das Fach Kunst formuliert.*
Die Sektion „Fragen nach Bildungsstandards und Kompetenzorientierung“ wird sich einführend mit der Problemstellung allgemein z.B. mit den Vergleichsarbeiten, den Testfragen zur o.a. PISA- Erhebung beschäftigen. Außerdem werden die Bildungsstandards für das Fach Kunst und einige Aufgabenbeispiele vorgestellt.
Anschließend werden die TeilnehmerInnen Gelegenheit haben eigene Beispiele zu erarbeiten, zu präsentieren und zu diskutieren.
- vgl. „Politik und Kultur“ Zeitung des Deutschen Kulturrates Nr. 02/09, März-April 2009, S.31
- vgl. BDK- Mitteilungen Nr. 3/08, S. 2-4

 

Kirchner, Constanze
Kunstpädagogik in der Grundschule heute

Dass die Notwendigkeit einer Fächer überschreitenden ästhetischen Bildung auch im Kunstunterricht der Grundschule heute – in einer sich ändernden Gesellschaft und mit zunehmend heterogenen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler – erforderlich ist, daran besteht kein Zweifel. Doch wie können fachspezifische Unterrichtskonzepte aussehen, die bildnerische Kernkompetenzen ausbilden und zugleich interdisziplinär an der Lebenswelt der Kinder orientiert sind? Gegenwärtig wird bildungspolitisch diskutiert, ob es – wie in einigen Bundesländern bereits üblich – sinnvoll ist, einen so genannten ästhetischen Lernbereich in der Grundschule zu definieren, der als Fächerverbund deklariert, auf einzelne Fächer wie Kunst, Sport, Musik, z.T. auch auf Sachunterricht gänzlich verzichtet. Dies wird von der Kultusministerkonferenz nicht nur unterstützt, sondern sogar gefordert. Umso dringlicher ist es zur Stärkung des Faches Kunst, sich auf die Kernkompetenzen, die es im Kunstunterricht der Grundschule heute zu erwerben gilt, zu besinnen und von dort aus interdisziplinäre Inhalte, Ziele und Methoden zu entwickeln. Ästhetische Bildung findet interdisziplinär statt, jedoch nur, wenn dabei die Spezifik des jeweiligen Faches bewahrt bleibt.
Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele, die gerne von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mitgebracht und vorgestellt werden können, sollen u.a. folgende Fragen erörtert werden:
- Was sind Kernkompetenzen, die am Ende der Grundschulzeit im Fach Kunst erworben sein sollten?
- Welche Methoden benötigt der Kunstunterricht in der Grundschule heute? Wo entstehen sinnvolle Bezüge zu anderen Fächern?

Constanze Kirchner, Dr. phil., ist Professorin für Kunstpädagogik an der Universität Augsburg. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Grundschuldidaktik Kunst, Vermittlung zeitgenössischer Kunst, ästhetisches Verhalten von Kindern und Jugendlichen, Identitätsentwicklung und Kreativitätsförderung, siehe auch: http://www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/kunstpaed/mitarbeiter/kirchner/

 

Littke, Joachim
Vom Videofilm zum Handyfilm
Neue Möglichkeiten der Filmproduktion im Kunstunterricht

In den letzten Jahren ist durch das technische Aufrüsten der Handys ein multifunktionales Instrument entstanden, mit dem man u. a. auch kleine Filme erstellen kann. Viele Schüler nutzen diese Möglichkeit inzwischen zu unterschiedlichen Zwecken. In den letzten beiden Jahren ist aus dem Medium jugendlicher Subkultur ein eigenes Genre entstanden mit Wettbewerben und namhaften Preisen.
In dieser Sektion soll an praktischen Beispielen sichtbar werden, welche Möglichkeiten dieses Medium im Kunstunterricht bietet und wo die Grenzen und technischen Hürden liegen.
Auch soll gezeigt werden, wie die Kreativität beim Filmen durch Filmrezeption und –analyse gesteigert werden kann und wie die Arbeit mit dem digitalen Film mit klassischer, analoger Bildgestaltung verbunden werden kann.

Joachim Littke: Studiendirektor in Willich; Lehrbeaufttragter an der Kunstakademie Düsseldorf; 1988-2007 Beauftragter für Lehrerfortbildung bei der Bezirksregierung Düsseldorf; seit 2007 Co-Leiter des Kompetenzteams

 

Loffredo, Anna-Maria
Kartografieren als Rezeptionsmethode im Kontext des soziokulturellen und sozialen Wandels – Crossover-Didaktik zwischen Neuen Medien und Malerei am Beispiel von Musikvideoclips und TV-Serien

Im Fach Kunst findet die Methode Anwendung, um von einem Bild ausgehend einen Bilderatlas für eine Bildannäherung und -untersuchung zu entwickeln. In dieser Sektion erhalten die Teilnehmer neben den bereits in der Fachliteratur dokumentierten Beispielen bei Bildern der Malerei einen Einblick, wie man die Methode „Kartografieren“ auch auf Neue Medien („bewegte“ Bilder wie TV-Trailer, Musikvideoclips) übertragen kann. Im Sinne einer Crossover-Didaktik werden Bildzitate der Kunstgeschichte zum Thema „Religion“ in Bildern der Pop-Kultur decodiert und eine mögliche Unterrichtsreihe (geeignet ab Kl. 9) dazu skizziert.

Anna-Maria Loffredo: Studienrätin der Fächer Kunst und Sozialwissenschaften (Gymnasium)
Autorin bei KUNST 5-10

 

Lynen, Hans-Peter
Sektion: Autonome Schule – juristische und administrative Horizonte

Die Hochschulen – auch die Kunsthochschulen – genießen seit langem eine Fülle von Selbstverwaltungsmöglichkeiten und -rechten, die man oft mit dem auch hier zu pauschalen Begriff „Autonomie“ umfasst. Hier sind (bei vom Staat getragenen) Hochschulen zwei Bereiche zu unterscheiden, die unterschiedlichen Kategorien von Autonomie unterliegen: „akademische“ Angelegenheiten (Wissenschaft und Kunst, Lehre und Forschung) und „staatliche“ Angelegenheiten (Personal, Finanzen und Gebäude/Einrichtungen).
Am Beispiel der Kunstakademie Düsseldorf, die zahlengemäß nicht größer ist als ein Gymnasium, kann die Entwicklung von einer schulähnlichen Anstalt zur sich selbst verwaltenden Hochschule verdeutlicht werden. Schulen (von Privatschulen wird hier abgesehen) sind dagegen rechtlich und administrativ traditionell viel enger an den Staat (Land und Kommunen) angebunden, was sowohl die Organisation der Schule, ihre Lehrinhalte und die diesbezügliche fachbezogene „Autonomie“ einerseits als auch Personalwesen, Finanzen und die Verwaltung der räumlichen und sächlichen Ressourcen andererseits betrifft.
Dies beginnt beim besonderen pädagogischen Auftrag der Schulen und der schlichten Tatsache, dass man es überwiegend mit Minderjährigen zu tun hat. Wenn nun die Schule in die „Autonomie“ entlassen werden soll, kann zwar auf Erfahrungen des Hochschulbereichs, der eine gewisse Professionalisierung der Selbstverwaltung und des Selbstmanagement erreicht hat, zurückgegriffen werden, es zeigen sich im Vergleich zur Schule aber deutliche Unterschiede, die insgesamt den Begriff „autonome Schule“ als recht fragwürdig erscheinen lassen. Aus dem Blickwinkel des administrativ zu bewältigenden Aufwandes her gesehen kann ein Gesichtspunkt – ein wenig polemisch formuliert – beispielhaft herausgegriffen werden: Mit dem Schuldirektor und einer Sekretärin kann Selbstverwaltung, geschweige denn Autonomie, professionell nicht bewältigt werden. Schulische Ressourcen und Rahmenbedingungen müssten geschaffen werden, die derzeit kaum vorhanden sein dürften. Auch ist der Weg von herkömmlicher staatlicher Verwaltung zum aktuell geforderten „New Public Management“ mit dem damit verbundenen Paradigmenwechsel einschließlich des derzeitigen Wettbewerbsdenkens sowohl in rechtlicher als auch in administrativer Hinsicht mit mehr und dickeren Steinen bepflastert, als etliche (schul)politische Äußerungen es vermuten lassen.

Prof. Dr. iur. Dr. h.c. Peter M. Lynen:
• Geboren am 07.11.1948 in Aachen
• Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Mainz und München
• Erste jur. Staatsprüfung 1973; Zweite juristische Staatsprüfung 1976
• Promotion zum Dr. iur. an der Universität zu Köln und Ehrenpromotion zum Dr. phil. an der Robert_Schumann_Hochschule Düsseldorf
• 1976 bis1982: Berufliche Tätigkeiten an der RWTH Aachen, der Universität Bonn und dem Sekretariat der Kultusministerkonferenz in Bonn
• 1982 bis 2008: Kanzler der Kunstakademie Düsseldorf
• Seit 2005 nebenberuflicher und seit 2008 hauptberuflicher Professor an einer Kunsthochschule, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Leiter des Zentrums für internationales Kunstmanagement CIAM, Köln

Publikationen (Auszüge)
• „Kunst im Recht, Erläuterungen zum Spannungsfeld von Kunst, Recht und Verwaltung“, Düsseldorf 1994 (354 Seiten mit Abb.).
• „Gutachten zu Aufgaben, Prinzipien, Organisation und zukünftigen Leistungen der Verwaltung der Folkwang Hochschule Essen“, Düsseldorf/Essen 1996 (128 Seiten).
• Hailbronner/Geis (Hrsg.), Kommentar zum Hochschulrahmengesetz, 18. Lieferung,
August 1997, Bd. 2, Teil 4, Das Recht der Kunsthochschulen, 172 Seiten.
• Mitherausgeber der „Moyländer Diskurse zu Kunst und Wissenschaft.
• „Öffentliche Verwaltung in der Postmoderne, unter besonderer Berücksichtigung der Hochschulverwaltung“, in: „Wissenschaftsrecht im Umbruch, Gedächtnisschrift für Hartmut Krüger“, herausgegeben von Peter Hanau, Dieter Leuze, Wolfgang Löwer, Hartmut Schiedermair, Berlin 2001, S. 251 – 274.
• „Der Künstler und das Recht, ein Exempel“, Antrittsvorlesung an der Hochschule für Musik Köln, 9.11. 2005, in leicht veränderter Fassung als „Der Künstler und das Recht – zum Beispiel Joseph Beuys“, in: Markus Lüpertz (Hrsg.) „Frau und Hund, Zeitschrift für kursives Denken“, Heft 9, S.1310 – 1335, Düsseldorf 2006, und in: Moyländer Diskurse zu Kunst und Wissenschaft, Band 1, Aufbauen _ Zerstören, Phänomene und Prozesse der Kunst, Oberhausen 2007, S. 43 – 56.
• „Das neue Kunsthochschulgesetz in NRW und seine Auswirkungen auf Kunstlehrerausbildung und Schulverfassung“, in: „Impulse. Kunstdidaktik 3/2008“, S. 3 –10.

 

Meis, Mona-Sabine
Kunst- und Kulturpädagogik in und außerhalb der Schule: Möglichkeiten der Ergänzung und Kooperation

In dieser Sektion werden konkrete Projekte und Konzepte für die Kooperation von schulischen und außerschulischen Aktivitäten vorgestellt und entwickelt.
Dabei geht es zunächst um kunstpädagogische Einzelprojekte und ihren Nutzen für alle Beteiligten – beispielsweise um Kompetenzentwicklung auf Seiten der SchülerInnen, Entlastungsmöglichkeiten auf der Seite der Anleitenden.
Dann erfolgt die Erarbeitung von Grundlagen für ein Kulturkonzept für eine längerfristige Kooperation von schulischen und außerschulischen Aktivitäten.
Hintergrund:
Schulische und außerschulische Kunst- und KulturpädagogInnen wünschen sich vielfach bessere Arbeitsbedingungen – mehr Zeit, mehr Geld, andere Räumlichkeiten, personelle Unterstützung, inhaltliche und methodische Impulse, größere Gestaltungsspielräume.
Kooperationen zwischen beiden Gruppen werden noch zu selten in diesem Zusammenhang als Chance gesehen und genutzt.
Auf beiden Seiten bestehen teilweise Vorbehalte und oft wird eine Mehrbelastung durch eine Zusammenarbeit befürchtet.
Geänderte gesellschaftliche Bedingungen (u.a. durch Migration, Globalisierung, Neue Medien, Wirtschaftsentwicklung, Kinderarmut, Freizeitgestaltung ...) erfordern ein Überdenken unserer Bildungsarbeit. Die Notwendigkeit einer Öffnung von Schule ist Konsens. Ihre fortschreitende Entwicklung begann bereits Ende der Sechzigerjahre. Dieser Prozess kann konstruktiv für die Kunstpädagogik genutzt und von ihr weitergeführt werden.
Inhalt und Ablauf:
In dieser Sektion wird es daher darum gehen, die Möglichkeiten der Koordination von schulischen und außerschulischen kunst- und kulturpädagogischen Aktivitäten zu beleuchten. Dabei geht es um das Wirken der Schule über die eigene Institution hinaus in die Gesellschaft und in lokale Sozialräume hinein, aber auch um die Erschließung gesellschaftlicher Ressourcen für die schulischen Bildungsprozesse.
Schwierigkeiten und gegenseitige Vorbehalte sollen durchaus benannt und besprochen werden. Stärker jedoch geht es um die konkrete Ermittlung von Bedarf und Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang soll zunächst der konkrete Nutzen für alle Beteiligten und konkrete Möglichkeiten und Projekte herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend sollen dann auch Grundlagen für die Erstellung kultureller Konzepte für die eigene Schule bereitgestellt werden.
Beispiele gelungener Kooperationsprojekte und Kulturkonzepte werden als Anregung und für die Diskussion vorgestellt.

Mona-Sabine Meis: Professorin für Kunst- und Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein; Kunststudium an der Wuppertaler Universität und der Akademie Düsseldorf; Promotion in Kunstgeschichte/Sepulkralkultur, Zusatzqualifikationen in Theaterpädagogik, Kunst- und Kreativtherapie, Supervision und Coaching; langjährige Tätigkeit in der Schule als Lehrerin; Fachleiterin, Moderatorin und Fortbildungsleiterin für die Bezirksregierung Düsseldorf für die Bereiche Kunst und Darstellen und Gestalten, Kommunikation, Konflikt und Körpersprache): diverse Veröffentlichungen

 

Merkel, Ingrid
Schulentwicklung mit Kunst und Kultur
Ästhetisch-kulturelle Bildung in Baden-Württemberg – ein Modell?

Es ist das gemeinsame Bestreben aller Bundesländer, Kunst und Kultur im Leben von Kindern und Jugendlichen fest zu verankern. Die vergleichbaren Anstrengungen zur Umsteuerung des Bildungswesens von der vorgaben- zur zielbasierten Ergebnissteuerung eröffnen den Schulen in den einzelnen Ländern eine größere organisatorische und pädagogische Selbständigkeit in der Gestaltung ihrer Lernkultur.
Getragen von dem verbindenden Bemühen, kulturelle Bildung als Bestandteil der Allgemeinbildung verbindlich in den Schulen zu etablieren und strukturell durch Kooperationen mit außerschulischen Akteuren und Kulturinstitutionen wirksam und authentisch, vielfältig und facettenreich zu gestalten, entstehen eine Vielzahl an unterschiedlichen Initiativen und Modellen, die allesamt auf die Zusammenarbeit von hoch qualifizierten Künstlern mit Kindern und Jugendlichen in wechselseitig sich vernetzenden kulturellen Bildungsprozessen setzen.
Ziel dieser Sektion wird es sein, den interdisziplinären Projektbereich als Schnittstelle zwischen schulischem Lernen und außerschulischem Angebot der Kultureinrichtungen, an dem die Potenziale für eine neue Lernkultur im ästhetisch – kulturellen Bereich zu entfalten sein werden, in den Blick zu nehmen, sich über die Vielfalt dieser Bemühungen anhand konkreter Beispiele auszutauschen, um schließlich nach der Notwendigkeit zu fragen, welche geeigneten Strukturen für dynamische Prozesse zwischen Kultur / Kunst und Bildung zu entwickeln sind.
Dabei sollen Ausführungen über die Rahmenbedingungen und Strukturen ästhetischer und kultureller Bildung in Baden-Württemberg den Diskurs eröffnen; Fort- und Weiterbildung werden als Steuerungsinstrument im komplexen Gefüge kultureller Bildung dargestellt, um über die berufliche Qualifizierung der Lehrkräfte als auch über die Gestaltung von Unterricht durch die gemeinsame Entwicklung künstlerischer Projekte auf das System Schule nachhaltig Einfluss zu nehmen.
Aufgrund der Vermittlung und Einbindung bestehender Ressourcen (Kultur- und Bildungseinrichtungen, staatliche Programme, Expertendateien etc.) im Rahmen der Projektberatung und -begleitung können Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen eine weitreichende Vernetzungsfunktion übernehmen und die Bildung regionaler Kompetenznetzwerke Kultur unterstützen.

Ingrid Merkel, Direktorin, Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels, Gaggenau-Bad Rotenfels
Studium für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Baden-Württemberg (Fächer: Kunst, Politologie, Deutsch); landesweite Fortbildnerin zu interkulturellen Schwerpunktthemen; mehrjährige Tätigkeit in der Schulaufsicht mit den Arbeitsfeldern Lehrereinstellung, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an den Hochschulen, Lehrerfortbildung, Schulentwicklung, Europa; seit 2000 Leiterin der Akademie Schloss Rotenfels

 

Mersmann, Birgit
Inter- und transkulturelle Bildaspekte

Bildende Kunst wird seit Anfang der 90er Jahre in einem bis dahin ungekannten Ausmaß global produziert, rezipiert und vermarktet. Diese Entwicklung spiegelt sich in der neuen Mobilität und internationalen Verflechtung bildender Künstler wider, ebenso in der weltweit florierenden Einrichtung von Kunstbiennalen und Neugründung von Museen für zeitgenössische Kunst in der so genannten nicht-westlichen Welt, insbesondere in Asien, den arabischen Ländern und Lateinamerika. Durch diesen Globalisierungsschub bildender Kunst haben inter- und transkulturelle Bildphänomene im wissenschaftlichen und didaktischen Diskurs über „Kunst und Medien“ zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Die Sektion will verschiedene Ansätze vorstellen, wie gegenwärtige aber auch historische Bildphänomene der Transkulturation in den Bereichen der Bildkunst und Bildmedienkultur analytisch greifbar und vermittelbar sind, und diese anhand praktischer Beispiele kritisch überprüfen. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf konkrete Anwendungen im Bereich der Kunstpädagogik, inklusive Museumspädagogik gerichtet.

Birgit Mersmann ist Professorin für nicht-westliche und europäische Kunst an der internationalen Jacobs University in Bremen; 2005-2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) »Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder« an der Universität Basel; Forschungsschwerpunkte: Moderne und zeitgenössische westliche und asiatische Kunst, Bildwissenschaft, Mediologie, Inter- und Transkulturalität, Übersetzung, Schriftbildlichkeit.

 

Meyer, Torsten
Rieß, Theresa
Ziegenbein, Julia
Aktuelle Medienkultur: Das Bild im Plural

Der aktuelle Bildüberschuss überfordert den Betrachter, der mit dem Anspruch, jedem Bild einzeln seine Aufmerksamkeit zu schenken, in eine Ausstellung geht, ebenso wie den Kunstpädagogen, der daran eine auf das Bild im Singular bezogene Bildkompetenz entwickeln will. Gemeinsam mit den beiden kiss-Stipendiatinnen Theresa Rieß und Julia Ziegenbein, die aus ihren Unterrichtsprojekten in Kooperation mit den Künstlern Peter Piller und Com&Com berichten, werden Fragen nach dem aktuellen Gebrauch der Bilder und dessen Folgen für die Kunstpädagogik diskutiert.

Torsten Meyer, Dr. phil, Juniorprofessor für „Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Forschung und Lehre im Bereich Multimedia mit einem Schwerpunkt in der Didaktik der Bildenden Kunst“, Arbeitsbereich Ästhetische Bildung und Medienpädagogik, Universität Hamburg. http://mms.uni-hamburg.de/meyer

Theresa Rieß, Studentin der Kunstpädagogik an der Kunsthochschule Kassel, Stipendiatin kiss 2008, Kooperation mit Com&Com. http://bdk-online.info/kiss

Julia Ziegenbein, Studentin der Kunstpädagogik an der Universität und Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Stipendiatin kiss 2008, Kooperation mit Peter Piller. http://bdk-online.info/kiss

 

Michl, Thomas
Kunstunterricht im interdisziplinären Kontext


Die Sektion setzt sich zum Ziel den Kunstunterricht unter interdisziplinären Vorzeichen zum einen theoretisch, von der inhaltlichen und organisatorisch-methodischen Seite aus zu erforschen. Andererseits sollen auch praxisorientierte Berichte und Diskussionen nicht zu kurz kommen.
Inhaltlich wird ein Blick von drei Seiten vorgenommen, nämlich primär
1. vom Subjekt,
2. vom Thema und
3. vom Fach/den Fächern ausgehend.
Unter dem organisatorisch-methodischen Aspekt sollen verschiedene strukturelle Gliederungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen, wie zum Beispiel
Die temporäre,
die personale und
die lokale Organisation.
Weiter kann von Erfahrungen aus den verschiedenen Schulstufen und von den Entwicklungen aus den unterschiedlichen Bundesländern berichtet werden. Nicht zuletzt können die Teilnehmenden eigene interdisziplinäre Kunstunterrichtserfahrungen zur Diskussion stellen.

Dr. Thomas Michl: geb. 1972
Studium der Kunsterziehung für Lehramt am Gymnasium bei Prof. Reuter an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und an der Hochschule der Schönen Künste Sevilla
Studium des Faches Spanisch als Lehramt am Gymnasium
Studium der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache
Lehrer am Gymnasium für die Fächer Kunst und Spanisch
Promotion an der Universität Duisburg-Essen bei Prof. Dr. G. Peez
Lehraufträge an den Universitäten Duisburg-Essen und Erlangen-Nürnberg
Weitere Infos: www.thomasmichl.de

 

Pauls, Karina
Raum und Raumerfahrung als Gegenstand des Kunstunterrichts

Raumerfahrungen gehören zur Lebenswirklichkeit unserer SchülerInnen und doch steht der Raum im Schulalltag selten als Gestaltbares im Vordergrund. Der Kunstunterricht jedoch bietet die Möglichkeit, sich mit der Gestaltbarkeit von Raum und mit der Erzeugung bestimmter Raumsituationen zu befassen. In dieser Sektion werden ausgewählte Werke von Gregor Schneider, Rachel Whiteread und Ilya Kabakov Anlass zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Fragen der Darstellung und des Schaffens neuer Räume geben. Anhand von konkreten Unterrichtsbeispielen sollen Möglichkeiten diskutiert werden, Raum im Kunstunterricht zu thematisieren und eine bewusstere Wahrnehmung von Raumwirkungen zu fördern.

Karina Pauls, geb. 1977, Studium Lehramt Sek. I u. II Englisch (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Kunst (Kunstakademie Düsseldorf), 2002 Meisterschülerin von Prof. Irmin Kamp, 2003 Erstes Staatsexamen. Tätigkeit in der Museumspädagogik im Museum Abteiberg Mönchengladbach und im Kulturforum Alte Post, Schule für Kunst und Theater der Stadt Neuss. 2008 Promotion an der Kunstakademie Düsseldorf (Fachbereich Kunstbezogene Wissenschaften). 2008 Zweites Staatsexamen. Im Schuldienst tätig.

 

Jupe, Ralf
Dr. Pfuhl, Nadja
Preuß, Hartmut
Das Zentralabitur im Fach Kunst: Formen, Bedingungen, Auswertungen

Das Zentralabitur erhält auch für das Schulfach Kunst zunehmend an Bedeutung. Es gibt Bundesländer, z.B. Baden-Württemberg, in denen diese zentrale Form einer schulischen Abschlussprüfung schon Tradition hat, und es gibt Bundesländer, z.B. Nordrhein-Westfalen, in denen sie noch jung ist und erst beginnt, auf den Kunstunterricht bestimmenden Einfluss zu nehmen.
In dieser Sektion wird aus überfachlicher Sicht dargelegt und erörtert, auf welchen Wegen die Entwicklung und Festlegung zentraler Aufgabenstellungen erfolgen und welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben.
Im Vergleich der Situation in verschiedenen Bundesländern werden aus fachlicher Perspektive unterschiedliche Modelle des Zentralabiturs vorgestellt und diskutiert. Aspekte sind dabei: ihre Genese; konkrete Aufgabenstellungen; Anforderungsprofile; Beurteilungsprozesse, fachinhaltliche Vorgaben; Einflussnahmen auf die fachlichen Lehrpläne; Vor- und Nachteile ...

Ralf Jupe: Kunstpädagoge; Fachleiter Für Kunst und Hauptseminarleiter am Studienseminar Neuss; ehemaliges Mitglied der Aufgabenkommission für das Zentralabitur im Fach Kunst in NRW
Dr. Nadja Pfuhl: Geschäftsführerin der »Unabhängigen Kommission für die Qualitätssicherung von zentralen Prüfungen« beim Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) / Technische Universität Dormund
Hartmut Preuß: Kunstpädagoge, Fachleiter für Bildende Kunst am Staatl. Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Stuttgart; Erster Vorsitzender des BDK Fachverband für Kunstpädagogik in Baden-Württemberg

 

Preuss, Rudolf
KünstlerInnen und KunstpädagogInnen

KünstlerInnen und KunstpädagogInnen sind ein ungleiches Gespann.
Manche KünstlerInnen rümpfen über die KunstpädagogInnen die Nase. Manche KunstpädagogInnen haben das Gefühl, dass es eben zum heren Berufsziel: KünstlerIn nicht gereicht hat und häufig wird nach Beginn der Lehrertätigkeit die eigene künstlerische Tätigkeit eingestellt.
Angesichts der momentanen Künstleroffensive in Schulen sind unter solchen informellen Vorbehalten die Voraussetzungen für eine gute Kooperation nicht immer gegeben.
Hohe Erwartungen werden auch von Seiten der Ministerien und der Schulleitungen an die KünstlerInnen, die z.B. über das Programm Kultur und Schule gebucht werden, gestellt.
Erwartet wird eine Qualitätssteigerung des Unterrichts und eine höhere allgemeine Schulmotivation der Kinder und Jugendlichen, da jetzt die Schule etwas „zu bieten“ hat.
Die kunst - und kulturpädagogische Forschung hat in den letzten Jahren viele Ergebnisse der Bildwissenschaft untersucht und Konzepte der Vermittlung vorgestellt, die personale und gesellschaftliche Prozesse initiieren. Die Frage ist, inwieweit die neuere Forschung, die Bedingungen für eine sinnvolle Kooperation formuliert, in der Praxis umgesetzt wird, besteht doch die Gefahr, dass bei unklarer konzeptioneller Einbindung die Arbeit der KünstlerInnen an den Schulen ein isoliertes Blümchen bleibt und letztlich nicht über die Bahnen eines konventionellen Kunstunterricht hinausgeht.
Im Forum werden anhand eines konkreten Projektes sowohl die konzeptionelle Problemfelder der Kooperation als auch praktische Probleme aufgerissen. Zu Gast werden Moderatoren aus der Vorbereitungsphase der KünstlerInnen aus dem Programm Kultur und Schule NRW und KünstlerInnen sein.

Rudolf Preuss, OStR
Studium Kunstgeschichte / Archäologie / Geschichte / Kunst / Digitale Mediengestaltung
TU Dortmund, Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft

 

Reuter, Guido
Der ‘getäuschte’ und ‘enttäuschte’ Betrachter oder Die Wirklichkeit der Bilder

In dem Maße, wie die in den Kunstwerken der Renaissance und des Barock ansichtige Bewegung zum Eindruck der Verlebendigung und in Folge zur Vergegenwärtigung der Bilder und Skulpturen beitrug, sollte diese gleichfalls dazu führen, die Augen des Betrachters in Erstaunen darüber zu versetzen, dass leblose Dinge – wie Leinwand, Marmor oder Holz – bewegte Figuren zeigten. Ludovico Dolce äußerte hinsichtlich dieses Aspekts 1557 im Aretino: „Und wirklich ist es etwas Anmutiges und das Auge des Beschauers überrascht, auf Leinwand, Marmor oder Holz eine leblose Gestalt zu sehen, die sich zu bewegen scheint.“ Aus kunsthistorischer Perspektive sollen in dieser Sektion künstlerische Verfahren thematisiert werden, die zu einem gezielten Oszilieren des Kunstwerks zwischen Schein und Sein führen.

Prof. Dr. Guido Reuter
Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Medienwissenschaft
Forschungsschwerpunkte: Deutsche Malerei der Nachkriegsjahre und der jungen Bundesrepublik, das barocke Sakralraumensemble, Theorie und Geschichte der Fotografie, Bildende Kunst und Zeitlichkeit (Schwerpunkt: Statue und Zeitlichkeit)

Literatur in Auswahl:
Barocke Hochaltäre in Süddeutschland (1660–1770), Petersberg 2002.
Bilderzählungen – Zeitlichkeit im Bild, hrsg. von Andrea von Hülsen-Esch, Hans Körner und Guido Reuter, Köln/ Weimar/ Wien 2003.
Der unfreiwillig komische Moment – Spurengänge zu einer Rezeptionsgeschichte des verfehlten Augenblicks, in: Das Komische in der Kunst, hrsg. von Roland Kanz, Köln/ Weimar/ Wien 2007, S. 210–231.

 

Richard, Birgit
Zaremba, Jutta
Neue JugendKunstOnline: "Medienmeister" und "Fan-Artists"

Das Internet bildet ein riesiges Reservoir von neuen Kreativitätsformen Jugendlicher. Jenseits bisheriger erzieherischer Instanzen, kommt es zu einer freiwilligen visuellen Bildung durch Gleichgesinnte. Dieses Phänomen erläutern wir zum einen durch künstlerische Videoclips auf der Plattform YouTube, bei denen Heranwachsende als kreative Medienmeister agieren, sowie zum anderen durch Exponate der FanArt, bei der Jugendliche ihre Zeichnungen, Malerei, Fotos, Games u.a. auf speziellen Portalen ausstellen. Immer stehen Wettbewerb, Self-Education und sozialer Austausch im Vordergrund.
Die Sektion geht den Fragen nach, warum JugendKunstOnline sich außerhalb des Kunstunterrichts artikuliert (und wie man sie dort einbinden könnte), welche jugendkulturellen Expertisen sichtbar werden und welche Kriterien es gibt, um ihre ästhetische Qualität einschätzen zu können.

Prof. Dr. Birgit Richard, Johann-Wolfgang Goethe Universität, Institut für Kunstpädagogik, Sektion Neue Medien
Schwerpunkte: Jugendkulturen, YouTube-Forschung

Dr. Jutta Zaremba, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Schwerpunkte: Mediale Fankulturen und FanArt, Computerspiele und Gender

 

Rooch, Alarich
Architektonische Kult/ur-Räume

Alltägliches Leben vollzieht sich in architektonisch gestalteten Räumen, die Bilder im Bewußtsein erzeugen. Daher ist Orientierung in diesen Räumen mit ihren hochkomplexen Strukturen besonders notwendig. Dennoch wird in der schulischen Ausbildung der Umgang mit diesen Bildern zu oft vernachlässigt. Das hängt mit den besonderen Problemen der Vermittlung architektonischer Räume als Ordnungs- und Wahrnehmungskategorien im Kunstunterricht zusammen.
Gemeinsam mit Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf werden im Sommersemester 2009 Strategien des Umgangs mit urbanen und architektonischen Strukturen erarbeitet, die in der Sektion zur Diskussion gestellt werden. Dabei geht es sowohl um die Gestaltung von – zumeist urbanen – Räumen durch Architektur und deren Bedeutung, ihren sozialen, oft auch propagandistischen oder auch programmatischen Intentionen.

Alarich Rooch, Dr. phil habil.: Professor für Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft an der Universität Bremen; Lehrbauftragter an der Kunstakademie Düsseldorf P

 

Peter Schüller
Kunstunterricht im Museum: Bilder heute

In K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen sind unterschiedliche Vorstellungen vom Bild in der Kunst seit 1980 zu erleben. Vor Werken von so renommierten Künstlern wie Jeff Wall, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Magnus von Plessen, William Kentridge u.a. sollen Möglichkeiten und Grenzen der Abbildung sowie die Selbstreferentialität der Medien diskutiert werden. Das Gespräch über Möglichkeiten der Vermittlung kreist um die Fragen nach Kompetenz im Umgang mit Originalen im Museum, im Umgang mit unterschiedlichen Bildformen und in der Reflexion der Bildmedien.
Verlaufsplanung:
1. Kurzreferat: Die Sammlung – Methoden der Vermittlung im Museum – Kooperation mit Schulen
2. Gespräche in der Sammlung (Kleingruppen oder Arbeitsauftrag oder Führung mit Gesprächsanlässen)
3. Gespräche über Vorschläge für die Vermittlung in Schule und Museum
4. Diskussion

 

Schulz, Frank
Fachidentität und Handlungsfelder der Kunstpädagogik

In dieser Sektion wird der Diskurs zu grundlegenden Orientierungen heutiger Kunstpädagogik schwerpunktmäßig zu folgenden Aspekten geführt:
- kunstpädagogische Identitätsbildung vom Bild/von der Kunst aus
- kunstpädagogische Identitätsbildung vom Kind/vom Jugendlichen aus
- kunstpädagogische Identitätsbildung von der Bildung/Erziehung aus
- alters- und entwicklungsbedingte Handlungsfelder der Kunstpädagogik
- fachspezifische Handlungsfelder der Kunstpädagogik
- Intra- und interdisziplinäre Handlungsperspektiven in der Kunstpädagogik
Einführungsreferat Frank Schulz

Frank Schulz: Dr. phil. habil.; Jg. 1952; Studium der Kunsterziehung und Geschichte an der niversität Leipzig; Schuldienst in Leipzig; Dissertation zu Problemen des künstlerischen Schaffensprozesses; Zusatzstudium Ästhetik an der Universität Leningrad bei Moissej Kagan und Forschungsarbeit in der Eremitage; Habilitation zu Problemen des künstlerischen Talents; seit 1993 Professor für Kunstpädagogik/Kunstdidaktik und Leitung des Institutes für Kunstpädagogik der Universität Leipzig; seit 2001 ehrenamtliche Tätigkeit als Kunstlehrer am BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig; Mitherausgeber von KUNST+UNTERRICHT sowie der Reihe »Kontext Kunstpädagogik« im kopaed-Verlag München.

 

Schwarz, Andreas
Farbenlehre im Kunstunterricht der Sekundarstufen I und II - Das Problem der „Grundfarben“

Am Beispiel der so genannten Grundfarben, soll grundsätzlich die Frage aufgeworfen werden, wie viel und welche Farbentheorie ein zeitgemäßer Kunstunterricht heute braucht.
Die „Grundfarben“ bieten sich hier besonders an, da sie fast in jeder Jahrgangsstufe zur Sprache kommen wenn es um Farbe geht, sei es die Produktion oder die Analyse von Bildern betreffend.
Zudem gibt es hier bereits ein bestimmtes Konfliktpotential, bzw. eine gewisse Verunsicherung, die sich bei den Schulmalkästen zeigt, die jetzt Cyan und Magenta enthalten, wo aber dafür das gewohnte (Karmin-)Rot fehlt. So deuten sich also schon beim alltäglichen Arbeitsmaterial der Schüler unterschiedliche farbtheoretische Ausrichtungen an.
In Wirklichkeit sind die Verhältnisse jedoch noch weitaus komplizierter. Ein Ausschnitt aus der Vielfältigkeit und Komplexität des Phänomens Farbe, das sich auch in verschiedenen Grundfarbenauffassungen offenbart, wird zunächst in einem historisch orientierten Übersichtsvortrag präsentiert. Anschließend werden die unterschiedlichen Ansätze hinsichtlich ihrer Relevanz für den Kunstunterricht zur Diskussion gestellt.
Material: Tubenfarben, Pinsel, Papier

 

Sondermann, Vanessa
Vor Originalen. Die Ausstellung „Joseph Fassbender“ in der Akademie-Galerie

Es gehörte schon immer zu der Tradition der großen Akademien, eigene Sammlungen nicht nur zu Repräsentationszwecken, sondern vor allem als Lehrsammlung zu Studienzwecken für die Akademie aufzubauen. In den 30er Jahre wurde die alte, berühmte Graphik- und Handzeichnungssammlung der Kunstakademie Düsseldorf als Depositum und Leihgabe an das Kunstmuseum Düsseldorf (heute: museum kunst palast) übergeben. Ab Anfang der 90er Jahren entstand jedoch bereits der Wunsch eine neue Sammlung aufzubauen, in der Tradition und Lehre der Düsseldorfer Akademie in einer aktuellen Studiensammlung zusammengebracht und präsentiert werden sollten.
Im Jahr 2005 ging der Wunsch mit der Eröffnung der Akademie-Galerie am Burgplatz in Düsseldorf in Erfüllung. Den Erfolg und Sinn der neuen Sammlung zeigt der im Jahr 2009 erschienene umfangreiche Bestandskatalog.
Diese Sektion soll
- Aufgaben einer Akademie-Sammlung als Studien- und Lehrsammlung aufzeigen,
- anhand der aktuellen Ausstellung zu einem der berühmtesten Lehrer der Akademie nach dem Zweiten Weltkrieg, Joseph Fassbender, in die Intention einer Akademie-Sammlung einführen sowie
- Einblick in die Forschung zu Joseph Fassbender vor Originalen geben.

Dr. Vanessa Sondermann, geb. 1976 in Köln; Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Mittleren und Neueren Geschichte an den Universitäten zu Köln und Bonn; Promotion an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 2004; Diplom für Kulturelles Management an der VWA in Köln 2003; seit 2003 Mitarbeit am Privat-Rechtlichen Institut der Universität zu Köln und Organisatorin der Diplom-Kurse „Kulturelles Management“ der VWA; seit 2005 wissenschaftliche Assistentin der Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung, seit 2007 zusätzlich zuständig für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit an der Kunstakademie Düsseldorf

 

Ströter-Bender, Jutta
Umgang mit dem Weltkulturerbe: World Heritage Education
Beiträge zur Internationalisierung der Kunstpädagogik

Im Rahmen der so genannten World Heritage Education zur Vermittlung des UNESCO-Welterbes haben sich auch für die Kunstpädagogik inhaltlich und methodisch neue Unterrichtsfelder entwickelt.
Im Sinne der in den UNESCO-Programmen verankerten Forderungen nach der Anerkennung einer „Kulturellen Vielfalt“ und ihrer Weitergabe an die kommenden Generationen geht es mit Blick auf nahe und ferne Welterbestätten um Themen zur Globalisierung, aber auch um die Vermittlung des lokalen und regionalen Kulturerbes in Deutschland. Die UNESCO - Formulierungen sind in diesen Kontexten wegweisend; sie gehen nicht mehr von einer Hierarchie in der Wertung von Kunst und Kulturen aus. Für das Unterrichten in multinationalen Klassen, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Herkunftstraditionen und Weltbilder sowie in Bezug auf Möglichkeiten der Integration sind sie von nachhaltiger Bedeutung. Als besonders erfolgreich hat sich dabei das Konzept der Museumskoffer erwiesen.
In der Sektion werden neben grundlegenden Informationen erfolgreiche Vermittlungsmethoden zum Welterbe für den Kunstunterricht u.a. exemplarisch am Beispiel von Museumskoffern vorgestellt.

Jutta Ströter-Bender, Prof. Dr., seit 2001 Professorin an der Universität Paderborn im Fach Kunst, Lehr- und Forschungsschwerpunkte: World Heritage Education, Interkulturelle Kunstpädagogik und Malerei, Kontakt: jutta.stroeter@web.de

Das digitale Museumskofferarchiv an der Universität Paderborn:
http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/institut-fuer-kunst-musik-textil/kunst/aktuelles/museumskofferarchiv/

Buchveröffentlichungen zum Themenbereich:
Ströter-Bender, Jutta; Museumskoffer, Material- und Ideekisten, Projekte zur Vermittlung des kulturellen Erbes in der Primarstufe, Sekundarstufe I und der Museumspädagogik, Marburg 2009
Ströter-Bender, Jutta; Wolter, Heidrun; Das Erbe der Welt, Ästhetische Projekte zum Weltkulturerbe der UNESCO, Primarstufe, Band 1, Donauwörth 2005
Ströter-Bender, Jutta; Lebensräume von Kunst und Wissen, Welterbestätten der UNESCO in NRW, Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufen, Paderborn 2004

 

Uhlig, Bettina
Vom Bildersehen, Bildermachen und Bilderverstehen.
Entwicklung der bildsprachlichen Kompetenz bei Kindern

In einer immer stärker visuell verfassten Kultur ist die Entwicklung bildsprachlicher Kompetenzen nicht nur eine Herausforderung für Heranwachsende, sondern gleichermaßen ein zentrales Bildungsanliegen. Die Sektion befasst sich vor diesem Hintergrund mit dem kindlichen Bildverständnis und hat dabei sowohl Kinder im Kindergartenalter als auch Grundschulkinder im Blick. Es wird der Frage nachgegangen, wie Kinder lernen, sich in der visuellen Welt zu orientieren, welche Strategien sie finden, um Bildern (rezeptiv und gestalterisch) zu begegnen und welche Verstehenshorizonte sie dabei entwickeln. Daran schließen sich Überlegungen und Vorschläge zur gezielten kunstpädagogischen Förderung bildsprachlicher Kompetenzen an.

Bettina Uhlig: Dr. phil.; ist Professorin für Kunst und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg; Arbeitsschwerpunkte sind u.a.: Kunstvermittlung, Bildhermeneutik, Bildpräferenzen jüngerer Kinder, Philosophieren mit Kindern; siehe: http://www.ph-ludwigsburg.de/727.html

 

Wagner, Ernst
Kunstdidaktik und Bildwissenschaft

Bildkompetenz ist in aller Munde. Schnell einigen sich Kunstpädagogen heute auf diesen Begriff, um das prominenteste Ziel des Fachs zu benennen. Doch der Begriff bleibt meist schwammig. Klärung kann zunächst der Blick auf aktuelle bildwissenschaftliche Konzepte bringen, die in dieser Sektion in einem Überblick vorgestellt werden. Auf der anderen Seite artikuliert die Fachdidaktik konkrete Fragen an die aktuelle Unterrichtspraxis.
An Beispielen, wie Unterrichts-Aufgaben (im Sinne einer neuen Aufgabenkultur und im Hinblick auf Bildkompetenz) formuliert werden können, soll deutlich werden, wie der tägliche Unterricht von den Bildwissenschaften profitieren kann.

Ernst Wagner: Dr. phil.; Jg. 1952; Studium an der Akademie der Bildenden Künste München; seit 30 Jahren Kunstpädagoge an Gymnasien; Promotion in Kunstgeschichte; seit 1998 Mitarbeit im Bundesvorstand des BDK Fachverband für Kunstpädagogik; seit 2005 Referent für Kunst am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in München

 

Wiegelmann-Bals, Annette
Tewes, Johanna
Von der Transformation populärer Bildwelten in Kinderzeichnung und Fanart

In dieser Sektion wird der Frage nachgegangen, wie sich die veränderte Medienrezeption und die in der Populärkultur konstruierten medialen und virtuellen Bildwelten auf Heranwachsende und die Qualität ihrer künstlerischen Erzeugnisse auswirken. Es soll diskutiert werden, welche Kompetenzen und kunstpädagogischen Ansätze erforderlich sind, um Kindern und Jugendlichen einerseits die Möglichkeit zu geben, ihre Medienwelterfahrungen unzensiert kommunizieren und anderseits kritisch reflektieren zu können.

Dr. Annette Wiegelmann-Bals ist derzeit als Lehrerabordnung am Lehrstuhl von Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender im Fach Kunst an der Universität Paderborn tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Neue Medien, insbesondere Bildschirmspiele und ästhetische Sozialisation, Qualitative empirische Forschung in der Kunstpädagogik und Kulturvermittlung.

Johanna Tewes ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender im Fach Kunst an der Universität Paderborn tätig. Ihre Forschungsbereiche sind mythologische Aspekte in der Populärkultur, ästhetische Sozialisation und Kulturvermittlung.

 

Winderlich, Kirsten
Raum und Schule im Kontext Ästhetischer Bildung

Dass Raum in der Schule Einfluss auf Unterricht und Bildung nimmt ist unumstritten. Die aktuelle Architektur zeigt darüber hinaus, wie über den Raum ästhetische Bildungsprozesse angestoßen werden können, die das ganztägige Lernen bereichern und die Kunstpädagogik in der Schule, auch über den Kunstunterricht hinaus, im Sinne eines Bildungsortes platzieren.
Um den Raum in der Schule bezüglich ästhetischer Bildungsgelegenheiten zu erweitern, ist es notwendig Vermittlungsprozesse zwischen Architektur und (Kunst)-Pädagogik zu initiieren. Dabei ist zu fragen, wie Kunstpädagogen Räume im Hinblick auf ihr ästhetisches Bildungspotenzial entdecken, greifbar und kommunizierbar machen können.
Nach einer Einführung in das Thema Raum und Schule im Kontext Ästhetischer Bildung werden wir unterschiedliche Beispiele aktueller Architektur in Bezug auf ihr ästhetisches Bildungspotenzial betrachten und vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen diskutieren. Eine Hilfe wird hierbei der Pattern-Ansatz des Architekturtheoretikers Christopher Alexander sein.

Dr. Kirsten Winderlich: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Potsdam für Ästhetische Bildung,
Lehraufträge an der Universität der Künste Berlin und der Freien Universität Bozen/Italien
Aktuelle Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:
Ä sthetische Bildung im Kindesalter;
Bild-Text-Raum-Interdependenzen in der Zeitgenössischen Kunst;
Bildungspotenzial Raum im Kontext von ganztägigem Lernen unter besonderer Berücksichtigung interdisziplinärer künstlerischer Schaffensprozesse
www.kirsten-winderlich.de

 

Zumbansen, Lars
Beschorner, Marie
Ästhetische Modellierung von Weltbildern in Video- und Computerspielen

Die anhaltende Attraktivität aktueller Computerspiele für Heranwachsende ist auch erklärbar durch die Besonderheiten der bildgestützten Vermittlungssysteme, die Spieler und Spielwelt auf medienspezifische Weise miteinander verschalten und dem Spieler damit eine multiperspektivische Rollenposition nahe legen. Durch derartige Spielarrangements habitualisieren Jugendliche damit bestimmte Sichtweisen auf die Welt und das eigene Selbst, die zugleich favorisierte Wertekonzepte der zeitgenössischen Kultur zum Ausdruck bringen.
Ausgehend von dieser These sollen innerhalb der Sektion praktisch-rezeptive Zugänge für den Kunstunterricht vorgestellt und von den Teilnehmern selbst erprobt werden.
Im Vordergrund stehen dabei die bildvermittelten Modelle zur Selbst-Verortung im Spiel, seien es nun naturalistisch-figürliche und/oder abstrakt-piktorale Handlungs- und Beobachtungssysteme. Die gestalterisch-analytische Auseinandersetzung soll abschließend in die gesellschaftspolitisch relevante Frage einmünden, inwieweit diese spielimmanenten Gestaltungskonzepte nicht auch als Katalysatoren eines exzessiven bzw. suchtartigen Nutzungsverhaltens bei jugendlichen Spielern fungieren.

Lars Zumbansen (Jg. 1977), Dr. phil.; Studium der Germanistik, Kunst und Erziehungswissenschaft. Lehrbeauftragter im Fach Kunst an der Universität Paderborn. Promotion über die ästhetischer Orientierungen in phantastischen Bildschirmspielen. Die u.a. kultursemiotisch ausgerichtete Untersuchung wurde 2008 mit dem Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Semiotik (DGS) ausgezeichnet. Seit 2008 Studienreferendar am Gymnasium Harsewinkel.

Marie Beschorner (Jg. 1981), M.A.; Studium der Germanistik, Kunst und Erziehungswissenschaft. Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Medienästhetik an der Universität Paderborn, E-Mail: MarieBeschorner@gmx.de

 

Prof. Dr. Kunibert Bering, Didaktik der Bildenden Künste an der Kunstakademie Düsseldorf
Clemens Höxter, 1. Vorsitzender des BDK Fachverband für Kunstpädagogik
Rolf Niehoff, 1. Vorsitzender des BDK Fachverband für Kunstpädagogik Landesverband NRW

Der Kongress steht unter der Schirmherrschaft des
Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Norbert Lammert